Das Freifunknetz erlaubt erstmal keinen Zugriff von außen. Manchmal ist es jedoch wünschenswert, an Orten ohne Freifunkempfang einen Zugang ins Netz zu bekommen. Zum Beispiel wenn man gerade in der Bahn sitzt und eine Fehlkonfiguration auf einem Knoten reparieren möchte.

Für solche Situationen ist es hilfreich, einen Knoten in einer virtuellen Maschine auf dem eigenen Laptop zu haben. Die folgende Anleitung beschreibt die Einrichtung eines solchen lokale Knotens. Zum Einsatz kommt VirtualBox, eine populäre Plattform für virtuelle Maschinen unter Linux, Mac und Windows.

Bevor wir die virtuelle Maschine definieren, müssen wir die Begebenheiten für den Freifunkknoten schaffen, also die Netzwerkverbindungen beschreiben, die wir sonst per Kabel ziehen müssen. Die Verbindung für den VPN-Tunnel ins Internet ist bereits standardmäßig beschrieben. Jetzt müssen wir nur noch den Adapter beschreiben, der vom Clientausgang des Routers in unseren Hostcomputer führt.

Diese Einstellungen werden unter File -> Preferences -> Network beschrieben. Hier muss ein Host-only Network hinzugefügt werden. Der Name des Interfaces ist standardmäßig vboxnet0. In den Einstellungen des Networks wird die IPv4 auf 0.0.0.0 gesetzt und die IPv6 komplett gelöscht. Der DHCP-Server wird deaktiviert.

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Die Einstellungen bewirken, dass sich das Interface „passiv“ gegenüber der Gegenseite, also dem Freifunkknoten verhält. Alle Adresszuweisungen via DHCP gehen von der VM aus.

Jetzt können wir den Knoten selbst definieren. In VirtualBox wird über „New“ eine neue VM erstellt.

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Der Name wird nur in der VirtualBox eigenen Liste der VMs auftauchen.

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Die Größe des Hauptspeichers ist hier mit 512MB sehr großzügig dimensioniert. 64MB sollten ausreichen.

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Als Festplatte kann direkt die von Freifunk Stuttgart bereitgestellte .vdi-Datei verwendet werden. Wichtig ist, dass es, wie vorher eingestellt, das 64 bit Image ist.

Nach dem abgeschlossenen Erstellungsprozess müssen jetzt noch die netzwerkspezifischen Einstellungen der VM angepasst werden. Dies geht über Rechtsklick -> Settings -> Network. Abgesehen von der MAC-Adresse sollte jede Einstellung genau so übernommen werden.

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Der erste Adapter ist das Clientnetzwerk des Knoten und muss folgerichtig an den Host-only Adapter angeschlossen sein.

 

13Der zweite Adapter ist der Link ins Internet.

 

Die fertig konfigurierte VM kann nun gestartet werden. Wie ein richtiger Freifunkknoten startet der Knoten im Konfigurationsmodus. Gibt man ca. 30 Sekunden nach dem Start der Vm die IP 192.168.1.1 in den Browser ein, landet man auf der gewohnten Konfigurationsseite.

In meinem Fall hatte ich Probleme damit, auf dem Interface vboxnet0 automatisch eine IP zu bekommen. Deswegen musste ich mir erst manuell (unter Linux) mit sudo dhclient vboxnet0 eine IP anfordern. Alternativ kann man auch in den Einstellungen des Host-only Networks die IP von 0.0.0.0 z.B. auf 192.168.1.191 ändern. In diesem Fall muss die IP nach der Konfiguration des Knotens wieder auf 0.0.0.0 umgestellt werden.

Die Konfiguration des Knotens selbst ist relativ selbst erklärend. Am besten vergibt man einen Namen, der deutlich macht, dass es sich dabei um eine VM für Wartungszwecke handelt. Wichtig ist, dass „Use internet connection (mesh VPN)“ aktiviert ist, sonst bleibt einem der Zugang ins Freifunknetz verwehrt. Nach dem Beenden der Konfiguration die vorgeschlagene Mail abschicken und auf das Eintragen des VPN-Keys warten.

Das Ergebnis sollte eine VM sein, die, wenn gestartet, sich wie ein Freifunkrouter verhält. Man kann genauso die Nextnode-Adresse aufrufen, netzinterne Dienste nutzen oder per SSH andere Knoten fernadministrieren.

Bitte beachtet, dass diese Anleitung in einem experimentellen Stadium ist. Bei Verbesserungen und Nachfragen bitte an anfrage@freifunk-neckaralb.de schreiben.

 

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